Deutschen Fassadenpreises 2013 für die WiWO in Wildau
1991

Am 27. Juni 1991 wird die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft mbH gegründet. Alleiniger Gesellschafter ist die Gemeinde Wildau. Als Geschäftsführerin fungiert Heidemarie Vogt.

1992

Im Juni 1992 beginnt mit Fördermitteln des Landes Brandenburg in der Karl-Marx-Straße 30 bis 32 die Modernisierung der Schwartzkopff-Siedlung.
Bis Anfang 1996 werden für die Sanierung in der Schwartzkopff-Siedlung 47 Millionen DM investiert.

1993

Die Mieter erhalten die Information, dass sie nicht mehr wie bisher ihre Miete oder Pacht bar in der Hauptkasse der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft bezahlen können, sondern nur noch per Lastschrifteinzugsverfahren vom Konto. Im Mai beginnt der Einbau zentraler Heizungsanlagen in den Kellern der Wohngebäude in der Schwartzkopff-Siedlung, die Anfang November 1994 in den über 900 Wohnungen in der Siedlung abgeschlossen ist.

Am 30. September beschließt die Wildauer Gemeindevertretung die „Satzung des Denkmalbereiches der Schwartzkopff-Siedlung Wildau“.

1994

In der Januar-Ausgabe der „Wildauer Rundschau“ appelliert Geschäftsführerin Heidemarie Vogt in einem offenen Brief an den Vorstand der Schwermaschinenbau AG, angesichts der geplanten Schließung des Bereiches Maschinenbau die noch vorhandenen Arbeitsplätze und so auch den Mietern der Schwartzkopff-Siedlung eine sozial abgesicherte Zukunft zu erhalten.

Aufgrund von Mieteranfragen bemüht sich die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft um eine grundsätzliche denkmalrechtliche Erlaubnis für den Anbau von Außenjalousien beim Amt für Denkmalschutz in Lübben. Demnach müssen sich die Jalousien an der Farbe der jeweiligen Hauseingangstür orientieren.

Im November beklagt Bezirksschornsteinfeger Erwin Fuchs, dass viele Mieter die vorgeschriebene Abgaswegüberprüfung nicht einsehen, sodass manche Häuser sechs- bis achtmal angefahren werden müssen.

1995

Seit dem 1. Mai 1995 ist Dieter Uhlig neuer Geschäftsführer der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft. Heidemarie Vogt bleibt stellvertretende Geschäftsführerin.

1995 werden 208 Wohnungen in Hoherlehme komplett saniert.Unter anderem werden Fenster, Eingangstüren, Elektroanlagen und Sanitärkeramik erneuert.

Die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft gibt im März mit „Wohnen in Wildau“ erstmals ein eigenes Mitteilungsblatt für ihre Mieter heraus und beendet damit gleichzeitig ihre Öffentlichkeitsarbeit in der „Wildauer Rundschau“.

1996

Aufgrund von Restitutionsansprüchen der Jewish Claims Conference und der Deutsche Industrieanlagengesellschaft (DIAG) ergeht Anfang Januar ein Baustopp für die Sanierung der Schwartzkopff-Siedlung. In der Märkischen Allgemeinen Zeitung heißt es am 9. Januar: „Ein schwarzer Tag für Wildau“.

1997

Im März schreibt die Märkische Allgemeine Zeitung: „Mieteranfragen zur Erneuerung der Fenster oder zur Renovierung der Wohnungen und Treppenhäuser häufen sich. Aber Geschäftsführer Dieter Uhlig kann stets nur mit den Achseln zucken.“ Noch immer leben 250 Familien in der Schwartzkopff-Siedung in Wohnungen ohne Bad. In der Toilette befindet sich nicht einmal ein Handwaschbecken. Die Berliner Morgenpost informiert im April: Ärger gibt es in den Wohnblocks rund um den Hückelhovener Ring mit undichten Fenstern. „Bei den Häusern handelt sich um sogenannte ‚Wende-Bauten‘, in denen Experten erhebliche Mängel feststellten. Mit dem Bau der Wohnblöcke wurde 1988 begonnen. Nach einer Zeit des Baustillstandes wurden sie in den Jahren 1991/92 fertiggestellt. Dass bei der Fertigstellung der Häuser nicht immer korrekt gearbeitet wurde, ist unstrittig. Leider können wir keinen der ehemaligen Baubetriebe mehr zur Verantwortung ziehen, denn sie existieren nicht mehr“, stellte der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Dieter Uhlig jetzt fest. Nun muss die Gesellschaft mit einem Kostenaufwand von elf Millionen DM – ob sie will oder nicht – die 387 Wohnungen sanieren, damit der Schaden nicht noch größer wird.“

Die Wildauer Gemeindevertretung hat sich auf Vorschlag von Bürgermeister Gerd Richter dazu bekannt, das seit 1991 leerstehende Volkshaus in der Karl-Marx-Straße 36 in Wildau zum künftigen Verwaltungssitz der Gemeinde auszubauen.

1998

Am 10. Juni hieven zwei Mobilkräne eine Dampflok der Baureihe 52 auf die Drehscheibe vor der Technischen Fachhochschule. Wildau hat ein neues Wahrzeichen, das die alte Schwartzkopff-Lokomotivbau-Tradition neu belebt. Die 1943 gebaute Dampflok war bis 1984 in Betrieb.

1999

Im Oktober beginnt der Umbau des 1906 eröffneten Volkshauses zum Rathaus, das künftig 40 bis 45 Mitarbeitern Platz bieten soll. 1999 wurden in den rund 400 Wohnungen im Hückelhovener Ring die Balkone saniert und die Fassaden neu gestaltet.

2000

Zwanzig Hausflure im Wohngebiet rund um den Hückelhovener Ring erhalten einen neuen Farbanstrich. Den ersten seit ihrer Errichtung 1991/92. „Not-Geschäftsführung geht weiter/ Seit vier Jahren Baustopp in der Schwartzkopff- Siedlung/ Kein Ende in Sicht“, titelt die Märkische Allgemeine am 20. Januar. „Für die Mieter heißt es weiter abwarten. Als kleines Trostpflaster baut die Gesellschaft jetzt im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten in einige unsanierte Wohnungen ohne Bad auf Antrag wenigstens eine Dusche ein.“ Die Geduld der Mieter aber ist am Ende. „Die Fluktuation in der Siedlung ist enorm hoch. Derzeitig werden jährlich von den insgesamt 981 Wohnungen über 200 gekündigt. Das heißt mehr als jede Fünfte.“, schreibt die MAZ im September.

2001

Am 21. Januar wird das Volkshaus nach dem Umbau zum Rathaus mit 250 geladenen Gästen feierlich eröffnet. Beim Tag der offenen Tür am 16. Januar strömten über 1000 Besucher in das Haus.

Im Juni zog die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft in ihr neues Domizil in der Friedrich-Engels-Straße 40 ein. Sie erwarb das alte Rathaus von der Gemeinde für 1,5 Millionen DM. Beim Umzug hatte sie bei einem Bestand von 1.830 Wohnungen 15 Mitarbeiter.

Im November nimmt die Jewish Claims Conference den bezüglich ihres Restitutionsanspruches gemeinsam mit Rechtsanwalt Dr. Peter Danckert ausgehandelten Vergleich an und zieht die Klage beim Verwaltungsgericht Potsdam zurück. „Das ist für Wildau das schönste Weihnachtsgeschenk“, betont Bürgermeister Gerd Richter am 29. November in der Märkischen Allgemeinen. Der Deal mit der Jewish Claims Conference kostet die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft 150.000 Mark. Die Zeit drängt, der Leerstand in der Schwartzkopff-Siedlung liegt bei über zehn Prozent. Die Mietausfälle erreichen über 700.000 Mark.

2002

Am 1. Juli übernimmt der 32-jährige Betriebswirt und gelernte Betonfacharbeiter Frank Kerber die Geschäftsführung der Wildauer Wohnungsbaugesellschaft. Er setzte sich bei einer bundesweiten Ausschreibung gegen 88 Mitbewerber durch. Seit dem Ausscheiden von Dieter Uhlig im Mai 1999 hatte erneut Heidemarie Vogt die Geschäfte geführt.

2003

Die Wildauer Wohnungsbaugesellschaft tritt nunmehr mit dem Markennamen WiWO in Erscheinung. Dazu gehört auch ein neues Signet. Doch die offizielle Firmenbezeichnung Wildauer Wohnungsbaugesellschaft mbH bleibt. Geschäftsführer Frank Kerber schreibt in der „WiWO - Zuhause ist bei uns“, Ausgabe 1/2003: „Übrigens: „Wir sind drin!“ Ab sofort präsentiert sich die WiWO unter www.wiwo-wildau.de im Internet. Der neue Service ist mit einer Vermietungsdatenbank verbunden, sodass sich Interessenten sofort anhand von Fotos, Grundrissen und Ortsplan orientieren können. Jeder Mitarbeiter hat jetzt auch eine eigene Mail-Adresse und einen Anrufbeantworter. Bei einer Mieterbefragung gab es herbe Kritik in Bezug auf die Sauberkeit in den Häusern. Das Unternehmen reagierte sofort und beauftragte fortan Fremdfirmen mit der Reinigung der Treppenhäuser.

Nach einem schweren Kellerbrand in der Nacht zum 1. Mai im Hückelhovener Ring 12 mussten 30 Mieter evakuiert werden. Eine Vier-Raum-Wohnung im Erdgeschoss war anschließend nicht mehr bewohnbar.

Am 15. August beginnt die komplexe Modernisierung von 396 Wohneinheiten in der Schwartzkopff-Siedlung. Der Baustopp ist damit endgültig aufgehoben. Da es sich hier meist um Zwei-Raum-Wohnungen handelt, sind Grundrissveränderungen erforderlich, sodass die Anzahl der Wohnungen auf 360 schrumpft. „Kummerkasten“ für alle Sorgen und Nöte der Mieter rund um die Sanierung war Christian Brunnckow, der ab 11. August als professioneller Mieterbetreuer tätig war. Während der Bauphase bietet die WiWO für ihre Mieter Duschmöglichkeiten in ihrem Firmensitz im alten Rathaus in der Friedrich-Engels-Straße. Dort werden auch Waschmaschinen für betroffene Mieter aufgestellt.

Bei dem von der Gemeinde Wildau organisierten Wettbewerb „Schönster Garten von Wildau“ waren auch die WiWO-Mieter Eheleute Schmidt aus der Teichstraße 6 unter den Preisträgern. Sie überzeugten die Jury mit ihrem üppig bepflanzen Nutz- und Ziergarten.

Im Dezember lädt die WiWO zu einem kleinen Weihnachtsfeuer anlässlich der Fertigstellung des ersten sanierten Hauses mit zwölf Wohnungseinheiten in der Schwartkopff-Siedlung ein.

2004

Im August gratuliert der brandenburgische Bauminister Frank Szymanski Antje Mücke und ihrem vierjährigen Töchterchen Lisa Sophie, die die 350. in diesem Jahr rekonstruierte Wohnung in der Schwartzkopff-Siedlung beziehen.

Verzeichnete das Unternehmen im Dezember 2003 noch einen Leerstand von 247 Wohnungen (14 Prozent), lag er im November 2004 bei 131 Wohnungen (sieben Prozent).

2004 registriert die WiWO erstmals über 1000 Anfragen von Wohnungssuchenden.

Bei der WiWO selbst vollzieht sich der Wandel vom klassischen Wohnungsverwalter (KWV) zu einem kundenfreundlichen Dienstleistungsunternehmen. Der Bereich Bestandsmanagement vereint nun die Vermietung, Verwaltung und Bewirtschaftung des Wohnungsbestandes. Die „Philosophie des Siedlungsteams“ setzt sich im Unternehmen bestehend aus Kundenbetreuer und Hausmeister durch. Damit übernimmt die WiWO eine „Vorreiterrolle in der deutschen Wohnungswirtschaft“, wie sie in der November-Ausgabe ihrer Mieterzeitung „Köpffchen“ schreibt.

2005

Im Januar wird ein Seniorentreff in der Karl-Marx-Straße 123, dem ehemaligen „Wildauer Hof“, mit rund 150 Quadratmeter Fläche eröffnet. Im März öffnet im selben Haus, dessen Fassade wieder dem historischen Vorbild mit schmiedeeisernen Balkonen und Stuckelementen angeglichen wurde, der Familientreff „Kleeblatt“. 15 Gebäude, unter anderem die Karl-Marx-Straße 115 mit Seniorenwohnungen sowie in der Kirch- und der Teichstraße, werden rekonstruiert. Die Kosten belaufen sich auf zwölf Millionen Euro.

Im Oktober empfängt als einer der ersten Läden der Frisiersalon Richel in der Neuen Mitte seine Kunden. Bei der Eröffnung mit von der Partie sind Klaus Stephan und Andreas Flügge alias König Friedrich II. und der Müller von Sanssouci, die in historischen Kostümen „Madame Richel“ immer einen guten Schnitt wünschen. Wenig später öffnet der orientalische Imbiss „Kara Bas“, was auf Türkisch in Anlehnung an die Siedlung Schwarzkopf heißt.

Ende 2005 erwirbt die WiWO bei einer Zwangsversteigerung die Fichtestraße 105, einen Plattenbau mit 2.600 Quadratmetern Nutzfläche plus Grundstück, für 144.000 Euro. Der Verkehrswert lag bei 531.750 Euro.

Das Wildauer Weihnachtsfeuer hat Premiere.

2006

Pfingsten beginnt der Bau eines Park & Ride-Parkplatzes hinter der Kita „Am Markt“ mit 73 Stellplätzen. Der 1.000 Quadratmeter große Bahnhofsvorplatz mit 64 Radstellplätzen sowie zwei neue Bahnhofszugänge zur S-Bahn entstehen.

Im Juni unterschreibt die WiWO einen Kaufvertrag mit dem Liegenschaftsfonds Berlin über den Erwerb von 64 Wohnungen in der Jahnstraße 54 bis 68 für 600.000 Euro. Die Ein- bis Vier-Raum-Wohnungen verfügen noch über Ofenheizung. Die Sanierung der Wohnungen beginnt im September und ist im August 2007 abgeschlossen, die Ofenheizung Geschichte.

Im Juni reisen 45 Nachfahren von Louis Schwartzkopff in Wildau an, um hier ihren 23. Familientag zu begehen. Sie pflanzen neben der historischen Lokomotive einen Ginkgo-Baum. Ende Juli beginnt die Sanierung von 154 freifinanzierten Wohnungen in der Wohnschleife Fichtestraße, Freiheitstraße und Hückelhovener Ring, die noch am Ende der DDR fertiggestellt wurden.

Im Bestand der WiWO sind noch etwa 150 Mietergärten.

2007

Der Aufsichtsrat der WiWO entscheidet Anfang 2007, die Planungen für die Rekonstruktion der bereits kurz nach der Wende teilsanierten Gebäude in der Schwartzkopff-Siedlung in Angriff zu nehmen. Damals blieb an diesen 40 Häusern mit den 368 Wohnungen die „Hüllen-Sanierung“ aufgrund fehlender Gelder weitgehend aus.

Am 26. März präsentieren sich die Technische Fachhochschule Wildau, die Gemeinde Wildau sowie die WiWO gemeinsam als „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“. Die drei Partner hatten an einem gleichnamigen von Bundespräsident Horst Köhler initiierten bundesweiten Wettbewerb teilgenommen und konnten sich unter mehr als 1500 Bewerbern durchsetzen. Die WiWO präsentierte dabei die Schwartzkopff-Siedlung. Im April wird der neue Marktplatz mit den Fontänen feierlich eröffnet.

Im Mai beginnen die Bauarbeiten für den Platanenplatz, auf dem ein Frischemarkt abgehalten werden soll. Der allerdings erweist sich schon kurze Zeit später als Flop.

Die WiWO erhält im Herbst für die Schwartzkopff-Siedlung vom „Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen“ den 1. Preis im Wettbewerb „Kreative Nutzungskonzepte für Denkmäler im Bestand“.

Ende 2007 werden die Um- und Ausbauten des jahrelang leerstehenden ehemaligen Wohnheimes in der Fichtestraße 105 zu einem Mehrgenerationen-Haus, dem ersten in der Region mit Concierge, abgeschlossen. Hier entstanden insgesamt 50 Wohnungen unterschiedlicher Größe, fünf davon sind behindertengerecht. In die „Fichte 105“ ziehen auch der Familientreff „Kleeblatt“ und eine Physiotherapie ein.

2008

In der Karl-Marx-Straße 115 bietet die WiWO erstmals für Senioren eine neue Wohnform mit einem Gemeinschaftsraum im Dachgeschoss an. Die „Hüllen-Sanierung“ der 40 Häuser mit 368 Wohnungen, die in der Schwartzkopff-Siedlung bereits kurz nach der Wende rekonstruiert wurden, beginnt.

Der Leerstand hat bei der WiWO den „historischen Tiefstand“ von drei Prozent erreicht. 2003 lag die Leerstandsquote noch bei 13 Prozent.

2009

Dieses Jahr ist nach Angaben von Geschäftsführer Frank Kerber das bisher erfolgreichste des Unternehmens. Erstmals wird ein Gewinn von über einer Million Euro erwirtschaftet. Gleichzeitig investiert die WiWO in der Schwartzkopff-Siedlung 750.000 Euro in die Gestaltung des Wohnumfeldes. Es werden stufenlose Hauseingänge und zentrale Müllplätze gebaut. Die Stichwege erhalten Laternen.

Im Mai beginnt die Sanierung von weiteren 13 Häusern in der Schwartzkopff-Siedlung, in denen Küchen, Bäder und Dächer schon zu Beginn der 1990er Jahre eingebaut beziehungsweise erneuert wurden.

2010

Im Februar erhält die Gemeinde Wildau bei einer Zwangsversteigerung im Amtsgericht Luckenwalde bei einem Gebot von 501.000 Euro den Zuschlag für das Klubhaus an der Dahme mit einer Gebäudenutzfläche von 1068 und einem Grundstück von 3060 Quadratmetern. Das Klubhaus wurde 1925 als Wassersportklub der Schwartzkopff-Werke gebaut.

Im November sind die Arbeiten an allen 99 Gebäuden der rund 40 Hektar großen Schwartzkopff-Siedlung abgeschlossen. Siebzehn Jahre dauerte der Wandel vom Schandfleck zum Schmuckkästchen. Bürgermeister Uwe Malich spricht von einer „Herkules-Aufgabe“. Die Baukosten beliefen sich bei der Sanierung auf 650 Euro pro Quadratmeter. Bund, Land und Gemeinde stellten 7,5 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung. Von den rund 1000 Wohneinheiten sind etwa noch ein Drittel Sozialwohnungen. Das Erbe von Stadtplaner und Regierungsbaurat Ludwig Witthöft ist jetzt ein Pfund, mit dem die Gemeinde wuchern kann.

2011

Die Gemeinde Wildau überträgt der WiWO das alte Hochschul-Gelände der Technischen Hochschule in der Friedrich-Engels-Straße. Die Hochschule hatte das Areal zum 1. Juli 2008 endgültig aufgegeben und dem Land Brandenburg übereignet, das es zwei Jahre später kostenlos an die Gemeinde Wildau weitergab. Dieses Gesamtareal umfasst 29 000 Quadratmeter. Zum Gelände gehört auch das erst nach der Wende errichtete Haus 3 mit einem Hörsaal für 200 Personen sowie Laboren und Seminarräumen.

Im Mai lädt das Klubhaus an der Dahme zu einem „Tag der offenen Tür“ ein. Die Wildauer kommen in Strömen.

Die WiWO erhält den Deutschen Bauherrenpreis 2011/2012 des Bundes­verbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. In der Begründung für die Vergabe des Preises heißt es: „Prägnante denkmalgeschützte Ensemble wie die Schwartzkopff-Siedlung sind es, die einer Stadt ihren unverwechselbaren Charakter geben und dabei eine ehrwürdige Vergangenheit mit einer potentialreichen Gegenwart und Zukunft verbinden.“